Mitgliederversammlung diskutiert Gewinnung von Nachwuchs
Die Tagesordnung zur Jahresversammlung unseres ADFC-Kreisverbands hatte es in sich, denn es standen zahlreche Wahlen an. 24 Teilnehmende schreckte das nicht, sie diskutierten auch strategische Fragen wie die Gewinnung von Neumitgliedern.

Die Kreismitgliederversammlung am 7. März war gut besucht. Sonniges Vorfrühlingswetter lockte 24 ADFC-Mitglieder ins Kreismedienzentrum in Holzheim. Das repräsentative Gebäude war früher Rathaus von Holzheim und bietet einen schönen Versammlungsraum, der von gemeinnützigen Vereinen kostenlos genutzt werden kann.
Die Tagesordnung mit ihren zahlreichen Wahlen war anspruchsvoll. Doch dank einer aufmerksamen Versammlungsleitung, einer routiniert arbeitenden Zählkommission und einer guten Debattendisziplin der Teilnehmenden kam man zügig durch das anspruchsvolle Programm und fand auch die Zeit, wichtige strategische Themen zu diskutieren.
Berichte: Große Vielfalt und solide Finanzen
Dem Tätigkeitsbericht des Vorstands konnte man entnehmen, wie vielfältig die Arbeit des ADFC ist. Neben administrativen Aufgeben wie der Förderung der Tourguide-Ausbildung und der Versicherung im Ehrenamt, dem Betrieb der Geschäftsstelle mit drei Beratungs-Präsenzdiensten in der Woche organisiert der Kreisvorstand die Produktion des Fahrradmagazins Rad Niederrhein als Gemeinschaftsprojekt mit seinen Nachbarverbänden in Mönchengladbach, Krefeld/Viersen und Kleve, betreibt eine Fahrradfahrschule in Kooperation mit dem ADFC Düsseldorf und pflegt gute Kontakte zur Presse, was auch mal die Bereitschaft zu einem spontanen Fernseh-Dreh mit O-Ton bedeuten kann. Viel Zeit und Engagement fordern auch die Verwaltungskontakte auf mehreren Ebenen. Im Mobilitätsausschuss des Rhein-Kreis Neuss ist ein Vorstandsmitglied des ADFC mit beratender Stimme vertreten, auf der Arbeitsebene erstellt der ADFC-Vorstand mit Unterstützung der Ortsgruppen für die Verwaltung regelmäßig Kontrollberichte zum Zustand der Radwege im Rhein-Kreis Neuss. Zu den zahlreichen weiteren Aufgaben gehören auch die Organisation der Beiratssitzungen mit den Ortsgruppen, die Mitarbeit in Arbeitskreisen des Landesverbands sowie informelle Gespräche mit Akteuren aus Politik und Verwaltung. Einen Link auf den Bericht des Vorstands finden Sie im blauen Kasten.
Auch die Ortsgruppen berichten auf der Kreismitgliederversammlung von ihren Aktivitäten, teils mündlich, teils schriftlich. In deren Arbeit nehmen naturgemäß die geführten Touren großen Raum ein, denn die werden in aller Regel vor Ort geplant und durchgeführt. Aber auch die Ortsgruppen pflegen Gremienarbeit und Kontakte mit Politik, Verwaltung und Presse.
Die Kasse des ADFC Rhein-Kreis Neuss ist in solider Verfassung. Die Versammlung ermuntert den Vorstand, mit Mut auch mal etwas mehr Geld für gute Projekte in die Hand zu nehmen.
Mitgliederzahlen stagnieren
Die Zahl der Mitglieder unseres Kreisverbands stagniert seit einigen Jahren und war im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht rückläufig. Ob das eine statistische Schwankung ist oder schon ein Trend, ließ sich nicht klären. Die Beobachtung gab aber Anlass zu einer Diskussion über das zunehmende Durchschnittsalter in unserem Verein und wie sich neue, jüngere Mitglieder gewinnen lassen, zum Beispiel mit Aktionen zur Europäischen Mobilitätswoche im September. Bemerkenswert: Die Korschenbroicher Ortsgruppe zeigt als einzige ein stabiles Wachstum - und das, obwohl sie mit ca. 6 Mitgliedern je 1000 Einwohnern bereits seit Jahren einen hohen Organisationsgrad hat. Die Versammlung war sich einig: Dass hier keine Sättigung eintritt, liegt an der hohen Aktivität der Ortsgruppe nicht nur im touristischen Bereich, sondern auch in der Verkehrspolitik, wo man sich mit Aktionen und konstruktiven Forderungen öffentlichkeitswirksam einbringt.
Infolge der Seitwärtsbewegung bei den Mitgliederzahlen stagniert auch die Zahl der ehrenamtlichen Aktiven im Kreisverband (wiederum mit Ausnahme von Korschenbroich). Gleichzeitig wachsen die Erwartungen und Anforderungen an den ADFC. Das ist ein Problem, für das der Kreisvorstand und die Ortsgruppen Lösungen erarbeiten müssen. Ein erster Schritt wurde auf der Versammlung präsentiert: Eine Internetseite mit Stellenausschreibungen für Ehrenamtler, siehe blauer Kasten.
Anträge zu Beirat und Barrierefreiheit
Mitgliederanträge sind wichtige Signale, die erkennen lassen, wo an der Basis der Schuh drückt.
Ein Antrag aus der Kaarster Ortsgruppe fordert den Kreisvorstand auf, die Beiratssitzungen effizienter zu organisieren. Der Beirat ist ein Vereinsorgan, das dem Austausch und der Zusammenarbeit zwischen dem Kreisvvorstand und den Ortsgruppen dient. Der Vorstand wird die Verbesserung der Arbeits dieses Gremiums gemeinsam mit den Ortsgruppen auf seine Agenda nehmen.
Ein Antrag aus Meerbusch bittet den Vorstand, sich bei der Verwaltung dafür einzusetzen, dass Radwege barrierefrei so ausgestaltet werden, dass sie auch mit mehrspurigen Rädern, wie sie Menschen mit Einschränkungen fahren, sicher benutzt werden können. Das ist ein kreisweit relevantes Thema. Einige Kommunen sind hier fortschreittlicher unterwegs als andere. Die Dokumentation von good-practise-Beispielen mit Appell an rückständige Kommunen, es den fortschrittlicheren gleichzutun, kann ein guter Einstieg in das Thema sein.
Nach dreieinhalb Stunden intensivem Austausch schloss die Versammlung und entließ ihre Teilnehmer und Teilnehmerinnen in den verdienten Feierabend.

Der neu gewählte Vorstand vor der ADFC-Geschäftsstelle auf dem Glockhammer 33 in Neuss. Wiedergewählt wurden Heribert Adamsky aus Neuss (links) als erster Vorsitzender, Friedel Kievelitz aus Grevenbroich (zweiter von links) als Beisitzer, Gereon Backes aus Meerbusch (zweiter von rechts) als Vorsitzender und Schatzmeister. Neu dabei ist Gernot Sauter aus Kaarst (rechts) als Beisitzer. Nicht mehr dabei ist Reinert Nicolas aus Meerbusch, der sich mit der Modernisierung der Satzung und Aufbauhilfe bei der Fahrradfahrschule um den Kreisverband verdient gemacht hatte.
Auf den neuen Vorstand warten anspruchsvolle Aufgaben. Die Hoffnung, mit gößerer Man- und Womenpower in die neue Amtsperiode gehen zu können, erfüllte sich leider nicht. Deshalb wird die Rekrutierung von Ehrenamtlern zu seinen wichtigsten Projekte in den kommenden zwei Jahren gehören.