Frings-Brücke: Rad- und Fußverkehr jetzt auf der Fahrbahn
Beide Rad- und Fußwege auf der Frings-Brücke zwischen Neuss und Düsseldorf mussten wegen maroden Unterbaus gesperrt werden. Straßen NRW findet eine Lösung und führt Rad- und Fußverkehr gesichert auf der Fahrbahn.

Es war ein Schreckmoment für Radfahrende in Neuss und Düsseldorf, als die Nachricht die Runde machte, dass beide Rad- und Fußwege auf der Josef-Kardinal-Frings-Brücke (Südbrücke) zwischen Neuss-Rheinparkcenter und Düsseldorf-Hamm gesperrt werden mussten, weil die sie tragenden Kragarme verrostet sind. Das hatte man bei Arbeiten unter der Brücke festgestellt, und die Schäden sind wohl so ernst, dass es zur Vollsperrung der Seitenbereiche keine Alternative gab. Nicht, weil das Gewicht von ein paar Dutzend Menschen, die sich gleichzeitig auf den Rad- und Gehwegen bewegen, zu hoch gewesen wäre. Sondern weil die Tragfähigkeit der Konstruktion selbst nicht mehr gewährleistet war.
Alle müssen etwas zusammenrücken
Man fühlte sich zunächst an die Bonner Nordbrücke erinnert, deren vollständige Sperrung für alle Verkehrsarten ein einzigartiges Verkehrschaos in der Bundesstadt weiter rheinaufwärts provozierte. Drohte uns jetzt Ähnliches? Erst mal nicht, denn glücklicherweise werden der Fahrbahn und der Gleistrasse unserer Südbrücke noch ausreichend Standfestigkeit für einen abgelasteten Betrieb attestiert. Straßen NRW als Betreiber des Bauwerks konnte so eine Lösung finden, bei der alle etwas zusammenrücken müssen: Einer von vier Fahrstreifen der Fahrbahn wurde zum Rad- und Gehweg umgewidmet. Temporäre Schutzeinrichtungen zur Trennung vom Autoverkehr und ausreichend dimensionierte Anrampungen an den Bordsteinübergängen sorgen für ein sicheres Vorankommen aller.
IHK fordert vierten Fahrstreifen zurück
In einer noch am Freitag veröffentlichten Pressemitteilung fordert die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf indessen, den vierten Fahrstreifen wieder dem Autoverkehr zu widmen. Das würde bedeuten, dass Radfahrende und Menschen zu Fuß die Brücke gar nicht mehr nutzen können. Die IHK schlägt als Alternative eine “Reaktivierung der Hammer Rheinfähre” vor. Diese völlig unrealistische Idee weisen wir entschieden zurück. Eine Fähre fuhr dort zuletzt im Jahr 1951 - als Ersatz für alle Verkehrsteilnehmer, die auf den Wiederaufbau der damals noch kriegszerstörten Südbrücke warteten. Heute gibt es, insbesondere auf der Neusser Seite, keine Infrastruktur mehr für einen Fährbetrieb. Selbst wenn man mit viel Aufwand neue Zuwegungen und Anleger bauen würde, wäre der Zeitverlust für die täglichen Pendler so groß, dass die Rheinquerung per Rad für sie völlig unattraktiv würde. Viele würden aufs Auto umsteigen und die ohnehin überlasteten Straßenbrücken noch weiter verstopfen. Das wäre Verkehrswende verkehrt herum.
Bilder vom Radverkehr auf der Fringsbrücke
Die folgenden Fotos zeigen den Zustand für den Radverkehr auf der Josef-Kardinal-Frings-Brücke heute und wie er sich seit dem Vorjahr im Zuge verschiedener Baumaßnahmen entwickelt hat. Der heutige Zustand ist sicher und sollte so beibehalten werden.





